Von den Frauen gehasst, von den Männern geliebt

Starke Frauen

La Contessa di Castiglione (geb. Virginia Oldoini)

Geschichtsunterricht gehörte nicht zu meinen Lieblingsstunden in der Schule. Jahreszahlen merken und die vielen Fakten rund um Politik. Mein Geschichtslehrer hätte einfach mal die wirklich interessanten Informationen auf den Tisch legen sollen. Diese Story hätte ich gerne im Unterricht gehört – vielleicht wäre dann was hängen geblieben.

Sie war eine italienische Geheimwaffe, die von den Politikern benutzt wurde, um Frankreich dazu zu bringen sich 1858 mit Italien gegen Österreich zu verbünden. Der weibliche James Bond des 19. Jahrhunderts – Fotomodel der Frühgeschichte und italienische Adlige.

Contessa di Castiglione
Michele Gordigiani: Virginia Oldoini, Gräfin di Castiglione, Ölgemälde um 1862

Die Contessa als Lockvogel

Italien brauchte Frankreich als Verbündeten gegen Österreich. Wie gut, dass der italienische Staatsmann Graf von Cavour mit La Contessa di Castiglione eine wunderschöne und intelligente Cousine hatte. Cavour wusste, dass der französische Kaiser eine Schwäche für schöne Frauen hat. Und auch Napoleon würde ihrem kastanienfarbenen Haar, dem ovalen Gesicht und dem perfekt geformten Mund verfallen. Er schickte Sie als Lockvogel zum Kaiser um die Sache zwischen Italien und Frankreich in die richtige Richtung zu lenken. Mit ihrer Intelligenz, Schönheit und ihrem Charme – einer teuflische Mischung – führte sie den Auftrag als „besondere Diplomatin“ perfekt aus.

Geliebte von Napoleon

Napoleon überhäufte sie mit kostbaren Geschenken. Ein 440.000 Franc teueres Perlenhalsband und einen Sma­rag­dring, der 100.000 Franc kostete. Er kaufte ihr ein Haus in der vornehmen Rue de Ponthieu. Sie war damals verheiratet, hielt ihren Mann aber ohnehin für schwachsinnig und trennte sich von ihm, nachdem das Verhältnis zwischen ihr und Napoleon kein Geheimnis mehr war. Sie hatte noch zwei Jahre eine Affäre mit dem Kaiser.

Verhängnisvolle Affäre

Hätte Napoleon III. vielleicht lieber gelassen, denn seiner Frau Kaiserin Eugenia gefiel es überhaupt nicht, dass er sich mit der Schönheit traf. Er ist auf dem Weg zu seiner Geliebten am 2. April 1857 ums Leben gekommen. Hatte da die eifersüchtige Ehefrau etwa die Finger im Spiel? Das war natürlich ein riesen Skandal und die intelligente Italienerin sah sich gezwungen, Frankreich zu verlassen, um einer Ausweisung zu entgehen. 1862 ist sie allerdings nach Paris zurückgekehrt.

Heimliches Treffen mit Otto von Bismarck

Selbst im Deutsch-Französischen Krieg (1870 -1871) hatte Virginia ihre Finger im Spiel. Nach der Niederlage von Frankreich traf sie sich heimlich mit Otto von Bismarck. Sie sollte ihn davon überzeugen, dass eine deutsche Besetzung von Paris seinen Interessen schaden könnte. Tatsächlich blieb Paris von einer Besetzung verschont. Was war wohl das Argument, das Herrn Bismarck umgestimmt hat?

Sie wollte mit ihren Hunden begraben werden

Sie starb 1899 im Alter von 62 Jahren in ihrer Pariser Wohnung und wurde in Frankreich begraben. Ihr Wunsch wäre es gewesen sich mit ihren Juwelen und ihren (ausgestopften) Hunden in Italien begraben zu lassen – in ihrem grünen Nachthemd. Als Beweis ihrer bewegten Geschichte, gibt es nur noch ihre Tagebücher. Alle kompromittierenden Briefe und Dokumente über Könige, Politiker, Päpste und Bankiers, von Napoleon III. bis Bismarck und Cavour, wurden von der Polizei und italienischen Botschaft vernichtet.

Ihr Sohn konnte sie nicht leiden

Die Männer haben sie geliebt, die Frauen haben Sie gehasst. Sie liebte niemanden außer sich selbst. Es gibt unzählige Fotografien von ihr. Zwischen 1856 und 1859 saß sie hundertfach Modell für diese wunderschönen Bilder. Sie war besessen von ihrer eigenen Schönheit. Kein Wunder, dass ihr Sohn, der 1879 an Pocken starb, sie nicht leiden konnte.

Wenn das nicht mal eine starke Frau war – nicht unbedingt ein Vorbild für mich, aber durchaus guter Stoff um unseren Kids Geschichte näher zu bringen. Denn Geschichtsunterricht muss nicht langweilig sein. Und hey, wo ist denn der Unterschied zu heute? OK, Merkel ist nicht das deutsche Pendant zu dieser italienischen Wunderwaffe von damals – aber eine starke Frau.

Sei gespannt, welche starken Frauen ich dir auf meinem Blog noch vorstellen werde.

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Verfasst von

Leidenschaftliche Bloggerin, Texterin und interessiert an Online-Marketing mit Schwerpunkt Content und Storytelling. Auf meinem Blog Mamacheck.de veröffentliche ich spannende Geschichten über starke Frauen.

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