Interview mit Ramona Aldekamp von Mami-Workout

Mami-Workout, Nordhorn, Emlichheim, Bad Bentheim

Sport für Schwangere und Mütter mit Mami-Workout

Fast jeden Morgen begegnet mir die gut gelaunte Ramona Aldekamp im Sportdress in der Kita, wenn wir unsere Söhne wegbringen. Ich habe mich gefragt, was steckt wohl genau hinter Mami-Workout. Irgendwas mit Sport für Mütter, oder so. Sie hatte Lust euch auf Mamacheck zu erzählen, wie sie auf die Idee gekommen ist und wie der Weg in die Selbständigkeit gelaufen ist.

Wir haben uns bei mir zu Hause in der Küche getroffen und ich habe ihr Löcher in den Bauch gefragt.

Mami-Workout, Nordhorn, Emlichheim, Bad Bentheim
Mit Leidenschaft macht Ramona Aldekamp Mami-Workout

Hallo Ramona, du bist hier in der Grafschaft schon ziemlich bekannt mit Mami-Workout. Das ist ein tolles Konzept für alle werdenden Mütter und die, die gerade entbunden haben. Ich finde es immer spannend, wenn Frauen sich selbständig machen mit einer guten Idee. Das macht auch anderen Mut, den Schritt zu wagen. Deshalb freue ich mich, dass du aus dem Nähkästchen plauderst und uns etwas über deinen Weg in die Selbständigkeit erzählen magst.

Damit die Leser*innen einen Eindruck von dir bekommen, beschreib dich doch mal in drei kurzen Sätzen.

Ok, ich versuche es mal (Ramona überlegt kurze Zeit).

Ich bin ein fröhlicher Mensch.

Ich bin sehr präzise und genau, wenn es um meine Arbeit geht

Ich kann über mich selbst lachen.

Das klingt doch sehr sympathisch. Dann machen wir mal weiter mit den Fragen.

Was genau ist Mami-Workout?

Mami-Workout gibt es jetzt seit 2013. Ich biete Schwangeren und frisch gebackenen Mamas an, in einer Gruppe Sport zu machen. Ich muss sagen, dass es vor sechs Jahren noch überhaupt nicht akzeptiert oder vorstellbar war, als Mama in engen Sportklamotten mit Baby durch den Park zu rennen. Das hat sich total gewandelt. Heute ist das hip und ganz normal. Denn wir tun uns ja etwas Gutes, wenn wir uns bewegen. Und in einer Gruppe mit Gleichgesinnten, die alle das Thema Mamasein verbindet, macht es doppelt Spaß.

Wie bist du denn darauf gekommen, das in der Grafschaft anzubieten?

Sport war immer ein Thema bei mir. Ich habe sehr lange beim SCU Emlichheim Volleyball gespielt. Ich bewege mich viel und gerne. Als ich dann mit meinem ersten Sohn Leo schwanger war, habe ich kein Volleyball mehr gespielt. Nach der Geburt kam dann die Rückbildung. Und ich habe irgendwie gedacht, es muss doch noch was neben der Rückbildung geben. Was ist danach? Und dann habe ich in den Großstädten Kurse mit Babys gesehen und kennengelernt. Warum nicht adaptieren in die Grafschaft, war mein Gedanke. Und so habe ich mich mehr mit dem Thema beschäftigt und mich über eine Ausbildung zur Prä- und Postnataltrainerin bei Mama-Workout informiert (das ist die Verena Wiechers Akademie)

Also kanntest du dieses Konzept aus den Großstädten und hast gemerkt, dass die Nachfrage in der Grafschaft auch da sein könnte?

Ich muss ganz ehrlich sein, dass ich mir nicht so ganz genau klar war, ob die Nachfrage da ist. Ich wollte das einfach machen.

Konntest du denn sofort mit der Ausbildung starten?

Nein, ich musste noch einen kleinen Umweg machen. Denn Voraussetzung für die Ausbildung bei der Verena Wiechers Akademie (Mamaworkout) war mindestens eine Fitness-Trainer B-Lizenz, die ich zu der Zeit nicht hatte. Nur Hebammen, Physios und qualifizierte Trainer werden an der Akademie angenommen. Als Quereinsteigerin war da nichts zu machen. Aber mir war das sehr wichtig, denn gerade bei Frauen, die schwanger sind oder gerade ein Baby bekommen haben, ist eine gute Ausbildung als Trainerin sehr wichtig. Deshalb musste ich diesen kleinen Umweg machen, der mich ein Jahr und einige Nerven gekostet hat.

Wie waren denn deine Anfänge?

Es lief nicht gleich von Anfang an. Ich habe gemeinsam mit meinen Teilnehmerinnen erste Erfahrungen gesammelt. Als ich mit Bauch-Beine-Po indoor gestartet bin, habe ich das noch mit Babys angeboten. Allerdings hat sich schnell herausgestellt, dass es für die Mütter viel mehr Stress ist, wenn die Kleinen dabei sind. Alle Babys hatten einen anderen Rhythmus. Und nach dem Stillen war es für die Babys auch nicht so toll, wenn sie beim Sport hochgehoben wurden (Ramona schmunzelt).

Wie hast du dann weitergemacht?

Ich bin dann umgestiegen auf Buggyfitness und Nordic Walking. Ab der 12. Woche nach der Geburt kann man wieder mit dem Sport starten. Egal ob man vorher sportlich war oder nicht. Jede kann mitmachen. Niemand muss eine Sportskanone gewesen sein oder jetzt werden. Es ist einfach wichtig, dass wir uns bewegen. Wir brauchen den Ausgleich zum stressigen Mama-Alltag. 2014 bin ich dann mit meinem zweiten Sohn Mika schwanger geworden und habe dann pausiert und das Projekt zurückgestellt.

Bist du dann nach der Geburt wieder angefangen?

Ja, nach der Geburt und durch meine Ausbildung an der Verena Wiedhers Akademie wusste ich wie wichtig es ist, wieder Sport zu machen. Die Körpermitte muss wieder fit werden. Ich habe dann angefangen Outdoor-Kurse anzubieten nach der Rückbildung. Ich habe mit sechs Frauen gestartet. Und nur zwei sind dann noch ganz tapfer mit mir durch den Winter gesportelt und das bei Wind und Wetter.

Mh, das waren dann ja nicht mehr so viele.

Ja, das wer etwas ernüchternd und ich hab auch darüber nachgedacht, ob es noch Sinn macht. Aber ich habe daran geglaubt, dass es funktioniert. Und dann hatte ich die Idee, Sportkurse schon während der Schwangerschaft anzubieten. Ich habe dann meinen Trainerschein in Pilates gemacht und biete jetzt auch Kurse während der Schwangerschaft an. Außerdem habe ich noch einige andere Fortbildungen gemacht und mich zum Beispiel auf die Rektusdiastase spezialisiert (Spalt in den Bauchmuskeln, der während der Schwangerschaft entstehen kann). Erst seit 2017 hat es einen richtigen Aufschwung gegeben. Inzwischen biete ich jeden Vormittag Kurse in der ganzen Grafschaft an.

Machst du denn viel Werbung dafür oder wie läuft das?

Also ganz viel läuft über direkte Empfehlung von Schwangeren und Mamis, die meine Kurse mitgemacht haben. Und ich habe das Glück, dass mein Mann sich gut auskennt in Sachen Marketing. Er hat alles für mich gemacht von der Website bis zum Facebook-Auftritt. Und so langsam macht mir die Sache mit Facebook auch Spaß. Ich mag mich nicht so gerne in den Vordergrund stellen. Aber in dem Fall muss ich das schon machen – ist ja schließlich mein Mami-Workout.

Lässt sich deine Selbständigkeit gut mit deiner Familie vereinbaren?

Das klappt wunderbar. Mein Mann ist ebenfalls selbständig und arbeitet viel von zu Hause. Ich gebe meine Kurse überwiegend vormittags. Da sind die Kinder ja in der Kita und in der Schule. Und abends ist mein Mann zu Hause. Von daher passt es perfekt.

Was magst du am Liebsten an Mami-Workout?

Es macht mir einfach viel Freude meine Leidenschaft für Bewegung und Sport weiterzugeben. Ich kann jeden Tag das machen, was mir am meisten Spaß macht. Und ich weiß, dass es vielen in einer Gruppe mit festem Termin leichter fällt Sport zu machen und am Ball zu bleiben. Es sind schon so einige Freundschaften in den Kursen geschlossen worden.

Ich merke, du hast ganz fest an die Sache Mami-Workout geglaubt und dich einfach getraut. Ich wünsche dir noch ganz viele tolle Mamis und werdende Mamis für deine Kurse.

Danke für das Interview, liebe Ramona.

Wer von euch hat auch schon mal einen Kurs in der Schwangerschaft gemacht? Vielleicht auch sogar bei Ramona? Hinterlasst gerne einen Kommentar.

Verfasst von

Mein Name ist Eva List, aus Nordhorn, Mama von zwei tollen Jungs. Auf meinem Blog mamacheck geht es um starke Frauen. Beruflich bin ich Marketingbetriebswirtin und freiberufliche Texterin.

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